· 

Wissenswert: Barfen Teil 3

Der letzte Teil der kleinen Barfreise.

 

In Teil 1 wurde ja bereits alles für das Matschen vorbereitet - in Teil 2 das bestellte Fleisch aufgetaut und die benötigten Utensilien bereitgelegt.

 

Und jetzt heißt es: Matschen.

Auch wenn sich das nach einem Kindergartenkind mit Schaufel und Gießkanne im Sandkasten anhört: ist es nicht ;)

 

Aber erst einmal etwas zu den verwendeten Supplementen. Die bilden neben dem verwendeten Fleisch den anderen Teil des Rezeptes. in Teil 1 bin ich ja unter anderem bereits auf die einzelnen Supplemente eingegangen.

Bis auf ein paar Kleinigkeiten bestellen wir alles bei Lillys Bar. Hier gibt es nicht nur fast jedes erdenkliche Supplement, sondern noch ganz viele andere tolle Sachen. Vorbeischauen lohnt sich also wirklich! Und die Beratung ist auch erste Sahne, da kann man gar nichts anderes sagen. Hinzu kommt neben der großen Auswahl der schnelle Versand - was will man mehr?

Jetzt aber zu den Supplementen.

Was bei uns so alles verwendet wird?

Hier mal ein kleiner Überblick, was dieses Mal benötigt wurde:

  • Dorschlebertran: 10,215 g
  • Seealgenmehl: 19,827 g
  • Bierhefe: 64,3 g
  • Fortain: 277,642 g
  • Blut: 0,74 kg
  • Vitamin E Tropfen: 61 Tropfen
  • Knochenmehl: 47,121 g
  • Dicalciumphosphat: 13,414 g
  • Eierschalenmehl: 187,61 g
  • Meersalz: 65,267 g
  • Taurin: 52,609 g
  • Wasser: 8,321 l
  • Ballaststoffe: 2,25 kg
  • Lachsölkapseln
v.l.n.r.: Fortain, Taurin, Meersalz, Eierschalenmehl, Knochenmehl, Bierhefe, Seealgenmehl, Kürbis
v.l.n.r.: Fortain, Taurin, Meersalz, Eierschalenmehl, Knochenmehl, Bierhefe, Seealgenmehl, Kürbis

Und was ist wofür gut?

 

Dorschlebertran:

verwende ich gerne mal als Alternative zur Leber oder aber auch als Alternative zum Fisch.

Der Bedarf an Vitamin A und Vitamin D3 (regelt den Kalziumstoffwechsel) wird hierdurch gedeckt.
Wichtig ist es unter anderem für die Sehkraft und die Regeneration der (Schleim-)Haut.

 

Seealgenmehl:

dient zur Jodversorgung.
Jod wird für die Synthese der Schildrüsenhormone benötigt, kann aber auch überdosiert werden und somit zu einer SDÜ führen.

 

Bierhefe:

liefert wertvolle B-Vitamine.
Generell sind B-Vitamine für glänzendes Fell, ein gesundes Nervensystem und für die Bildung vieler Enzyme verantwortlich.

 

Fortain:

ist reich an Eisen und versorgt den Körper mit weiteren Mineralstoffen. Eisen ist ein Bestandteil von Hämoglobin (dem roten Blutfarbstoff) und hilft Sauerstoff zu transportieren

Blut:

wichtig für die Versorgung mit Eisen, Jod, Salz und Flüssigkeit.

 

Vitamin E Tropfen:

wie der Name schon sagt, zur Deckung des Vitamin E Bedarfs und dienen als natürliches Antioxidans. Somit unterstützen sie das Immunsystem.

 

Knochenmehl:

Ca/P-Präparat,

Versorgt mit Kalzium, Phosphor, Kalium, Zink und Magnesium.
Zink ist bspw. wichtig für den Aufbau und die Funktion der (Schleim-)Haut und essenziell für das Immunsystem.

 

Dicalciumphosphat:

dient der Phosphorsupplimentierung.

Unverzichtbar für die Gerüstsubstanz von Knochen und Zähnen und den Energiestoffwechsel.

 

Eierschalenmehl:

enthält neben einem hohen Anteil an Calcium zwar auch Phosphor, eignet sich aber perfekt zum Ausgleich des Ca/P-Verhältnisses.

Generell ist Calcium unverzichtbar für die Gerüstsubstanz von Knochen und Zähnen, zudem ist es für die "Erregbarkeit" von Muskeln und Nerven zuständig.

 

Meersalz:

für einen ausgeglichenen Elektrolythaushalt, versorgt aber auch mit Jod.


Taurin:

lebensnotwendig, da es von unseren Mietzen nicht ausreichend selbst hergestellt wird.

 

Lachsöl:

Omega-6-Fettsäuren kommen ausreichend im Fleisch vor (vor allem bei Masttierhaltung), um das Verhältnis zu Omega-3-Fettsäuren (wirkt unter anderem entzündungshemmend) wieder auszugleichen, wird Lachsöl benötigt.

 

Magnesium (für viele Stoffwechselvorgänge wichtig) supplimentiere ich zB, gar nicht, da es ausreichend unter anderem durch das verwendete Wasser ins Futter gelangt.
Genauso wenig Kupfer - dies ist zwar wichtig da es für die Bildung von Bindegewebe und Blutzellen verantwortlich ist, allerdings ausreichend zB in Leber enthalten ist.

v.l.n.r: Dorschlebertran, Vitamin E Tropfen, Taurin, Fortain
v.l.n.r: Dorschlebertran, Vitamin E Tropfen, Taurin, Fortain

Die erstellen Rezepte stehen immer in Relation - heißt je nachdem welches Fleisch bzw welche Innereien ich verwende, ändern sich auch die Mengenangaben der anderen Bestandteile. Genauso ändert sich natürlich auch die Mengenangabe, wenn ich ein Alternativsupplement verwende.
Di Menge an Blut ist also bspw. eine ganz andere wie die an Fortain.

 

Nicht alle Supplemente werden in jedem Rezept verwendet. Denn auch hier ist mir Abwechslung wichtig.

Die Verhältnisse/Prozentangaben liegen dennoch bei jedem Rezept gleich:

 

Ca/P: 1,5 / 1

K/Na: 2,1 / 1

Sorgt genau wie Natrium für die Reizleitung und Reizübertragung zwischen Nerven und Muskeln.

Zudem wird der Flüssigkeitshaushalt so beeinflusst, dass hier ein ausgeglichenes Verhältnis vorliegt.

   
Ballaststoffe: 7%
ein geringer pflanzlicher Anteil sollte immer vorhanden sein, da dieser "Nahrung" für gute Darmbakterien ist und auch förderlich für die Verdauung und den Kotabsatz.


Wasser: 75%

Fett: ca. 10% (gerne auch mal mehr - weniger eigentlich nie)
Fette dienen nicht nur als Energielieferant, sondern werden auch vom Darm benötigt, um fettlösliche Vitamine aufnehmen zu können

 

Und wie immer: kätzische Hilfe ist natürlich überall dabei...

Lachsölkapseln zum Ausgleich der Fettsäuren
Lachsölkapseln zum Ausgleich der Fettsäuren

Genauso handhabe ich es bei der Eisenversorgung - entweder kommt in das Rezept Blut (Rind oder Kaninchen) oder Fortain.

Zur Deckung des Vitamin D3 Bedarfs verwende ich neben Fisch auch ab und an Dorschlebertran.

Auch unter den Fischsorten wechsle ich immer wieder, achte allerdings darauf, dass der verwendete Fisch immer thiaminasefrei ist.

Neben Lachs und Lachabschnitten gab es dieses Mal auch Dorsch.

Das einzige, was wirklich in jedes Rezept kommt sind Taurin, Ballststoffe und Wasser.


Supplemente stehen also bereit, na dann kann es losgehen!


Nach der ganzen Theorie kehren wir mal wieder zum Wesentlichen zurück. 

 

Wir matschen eigentlich immer zu zweit.
Einer übernimmt die "grobe" Arbeit und kümmert sich um das Fleisch, der andere die "Feinarbeit" und wiegt die Supplemente (bis auf zwei Nachkommastellen) ab.

Letzteres übernehme eigentlich immer ich, weibliches Feingefühl und so ;)

 

Das Fleisch musst meistens nicht mehr geschnitten werden, es sei denn es sind extrem große Stücke.

Putenherz
Putenherz

Ist das Fleisch und die Supplemente abgewogen, kommt es nach und nach in die Schüsseln in denen schlussendlich auch gemischt wird.

 

Für ein Rezept benötigen wir 2 bis 3 Schüsseln, je nachdem wie groß das Rezept ist - hierbei handelt es sich um ganz normale Spülschüsseln.

Wenn die Schüssel zu voll wird ist das mit dem "Durchrühren" nämlich gar nicht mehr so einfach - zumindest nicht ohne riesen Sauerei.

Rezept ohne Blut, dafür mit Fortain
Rezept ohne Blut, dafür mit Fortain

Fleisch, Supplemente, Ballaststoffe, evtl. benötigtes Fett und ganz zum Schluss Wasser.

Das war eigentlich schon der ganze "Zauber".

Dennoch sollte man sich vor Augen halten, dass 8kg nicht in 20 Minuten gemacht sind.

Grade in der Anfangszeit benötigt man für das Matschen gefühlt Ewigkeiten.

Hat man mal Routine, wird man aber auch schneller.

Endspurt!

 

Und irgendwie auch eine kleine Verschnaufpause für uns.

Jetzt geht es nämlich ans Abfüllen.

Dafür verwenden wir ganz normale Salatboxen.

Hier passt ordentlich was rein, sie lassen sich gut beschriften und vor allem super in der Tiefkühltruhe stapeln.

Die 216 l unserer Tiefkühltruhe werden zu 90-95% für Barf und die Reste vom Barfen benötigt.

In den Gefrierschubladen in der Küche haben wir eigentlich immer nur für 2-3 Tage etwas auf Vorrat.

So bleibt dann doch noch etwas Platz für unsere Vorräte...

Kommentar schreiben

Kommentare: 0