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Rohes Ei - ja oder nein?

Du willst Deiner Katze etwas Gutes tun und hast gehört, dass Eier ein schönes Fellkleid machen?
Also hier und da mal was unter's Futter mischen.

Roh oder gekocht?
Nur das Eigelb oder auch das Eiweiß - oder doch beides?

Wie oft und was bewirkt es denn nun wirklich?

 

 

 

 

 

 

Nehmen wir Hühnereier doch mal etwas genauer unter die Lupe:

 

Rohes Eiweiß enthält Avidin, dieses bindet Biotin.
Biotin ist aber wichtig und zB für die Bindung von Kreatin zuständig (dieses ist wiederrum für Haare und Krallen wichtig).
Zudem ist Biotin unter anderem auch für den Fettstoffwechsel und die Proteinverdauung zuständig.
Es kann also auch zu Verdauungsproblemem kommen, wenn Biotin gebunden wird und dem Katzenkörper nicht mehr zur Verfügung steht.

Zudem kommt noch Ovomucin, ein Trypsinhemmstoff. Trypsin ist ein wichtiges Enzym des Verdauungssystem. Das enthaltene Ovomucin kann somit zu Verdauungsstörungen führen, die wiederrum Durchfall und/oder Erbrechen hervorrufen.

Rohes Eigelb stell an sich nur aufgrund der darin enthaltenen Bakterien (Salmonellen) ein Problem dar.

Grade bei unhygienischer Haltung steigt das Risiko.

Der hohe Cholesteringehalt hat übrigens nicht die gleichen Auswirkungen wie beim Menschen, kommt aber oftmals als Nebenerscheinung bei Nierenerkrankungen vor.

Aber auch hier macht die Dosis das Gift: zu viel Eidotter kann ein Überangebot an Fett darstellen und damit einen erhebliche Belastung für den Organismus bis hin zu Stoffwechselstörungen.


Rohes Ei: was im Eiweiß an Avidin zu viel drin ist , hat Eigelb an Biotin im Überschuss - kann also somit sogar überkompensiert werden. Wenn also roh, dann nur Eigelb oder beides zusammen.

 

Genrell gilt bei rohem Ei: frisch! Ansonsten steigt die Gefahr einer Salmonellenvergiftung (besonders bei empfindlichen, alten, jungen, kranken oder trächtigen/säugenden Katzen) - auch eine Lagerung im Kühlschrank kann die Salmonellenvermehrung verlangsamen.

Gekochtes Ei: durch das Kochen wird das im Eiweiß enthaltene Avidin und Ovomucin teilweise inaktiviert (allerdings sollte hier Eiweiß und Eigelb nicht vermischt werden) und den Salmonellen geht es an den Kragen.


Generell sollte es nicht mehr als ein Ei pro Woche sein. Warum?
Auf dem natürlichen Speiseplan stehen diese nicht, zudem kann es zu einer Überdosierung kommen.

 

Im Durchschnitt enthält ein Eigelb (diese sind je nach Haltung & Ernährung der Hühner unterschiedlich):

  • Vitamin A: 245 IE
  • Vitamin D: 37 IE
  • Vitamin E: 0,44 mg

Die Bedarfswerte einer Katze liegen ca. bei (die Bedarfwerte sind bei jeder Katze individuell zu betrachten):

  • Vitamin A: zwischen 75 und 5000 IE
  • Vitamin D: zwischen 8 und 500 IE
  • Vitamin E: zwischen 0,5 und 38 IE
    (zwischen 0,33 und 25,5 mg)

Wenn man jetzt bedenkt, dass Alleinfutter (oder auch Barf) komplett supplimentiert ist und die Bedürfnisse weitesgehend abgedeckt sind, kann es hier zu einer Überdosierung kommen.

 

Bei gelegentlicher Gabe, kann die Problematik im Bezug auf Avidin-Biotin ausgeglichen werden, bei regelmäßiger Gabe kann es zu Mangelerscheinungen kommen.

Und wie immer bei bestehenden gesundheitlichen Problemen: vorher den Tierarzt fragen ob's ok ist.


Aus was bestehen Eier eigentlich?

Kurz und knapp (ohne die Schale): ca. 75% Wasser, 14% Protein, 10% Fett, 1% Mineralstoffe und 0,6% Kohlenhydrate.

 

Im Detail:

Eier haben ein gutes Protein/Energie Verhältnis und sind an sich auch gut verdaulich (ausser einzeln rohes Eiweiß).

Hochwertige Proteine, viele Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und wichtige essentielle Fettsäuren sind enthalten, dafür aber recht wenige Kohlenhydrate.

Auch enthalten sind Vitamine - 13 an der Zahl. Zu den fettlöslischen gehören Vitamin A, D und E.

Diese kommen nur im Eigelb vor.
Die B-Vitamine kommen sowohl im Eigelb wie auch im Eiweiß vor.

Carotinoide sorgen für die gelbe Farbe des Dotters. Zu diesen zählen zB auch Lutein (schützt die Zellen der Katze und stimuliert ihr Immunsystem), Canthaxanthin (schützt die im Eigelb enthaltenen Vitamine/Antioxidatien vor Zerstörung) und Zeaxanthin. Alle können zB Augenkrankheiten vorbeugen. Auch das enthaltene Beta-Carotin zählt zu den Carotinoiden und ist eine Vorstufe von Vitamin A (wichtig für zB Augen, Zähne Knochen).Die im Eigelb enthaltenen Carotinoide werden beim Erhitzen übrigens stark reduziert.

 

Ebenfalls im Eigelb enthalten: Lecithin. Dieses bindet nicht nur Cholesterin (so, dass es nur noch teilweise aufgenommen werden kann), sondern kann auch entgiftend wirken.Zusammen mit Cholin kann es dazu beitragen, dass Haarballen besser durch den Darm gleiten

Das in Trockenfutter enthaltene Lecithin ist meistens übrigens aus der Sojabohne gewonnen und damit nicht hochwertig.

 

An der Farbe des Dotters kann man die Ernährung der Hühner erkennen: umso dunkler bzw intensiver der Dotter gefärbt ist, umso besser die Nahrung der Hühner (bei Frischfutter ist der Dotter also kräftig gefäbrt, bei Grünfutter/Mais ist der Dotter eher hellorange).
Allerdings gibts es auch hier Tricks, um den Dotter trotz schlechter Nahrung dunkler zu färben. Ein Blick auf das Ettiket bezüglich der Herkunft und Haltung schadet also nicht.

Massentierhaltung bei Boden- oder Käfighaltung ist jeden ein Begriff - viele Hühner auf viel zu engem Raum, oftmals kein Tageslicht, Antibiotika, Pestizide und und und. Aber auch bei Bioeiern muss es sich nicht immer aus artgerechte Haltung handeln.

 

Der Eierstempel (auch Printnummer) gibt Auskunft über die Herkunft:

Die erste Ziffer steht für die Haltungsform:

  • 0 = ökologische Erzeugung
  • 1 = Freilandhaltung
  • 2 = Bodenhaltung
  • 3 = Käfighaltung

Das darauffolgende Buchstabenkürzel steht für das Erzeugerland - zB:

  • DE = Deutschland
  • FR = Frankreich
  • NL = Niederlande

Die letzte Nummer steht für den Legebetrieb.

Auf Was-steht-auf-dem-Ei könnt ihr mehr über die Printnummer Eurer Eier erfahren.


Aber wofür sind Eier denn nun gut?

Rohes Eiweiß hat an sich gar keinen Vorteil, gekocht allerdings ist es ein phosphorarmer Proteinspender und somit für Katzen mit Nierenproblemen super geeignet.

Das im Eigelb enthaltene Biotin kann tatsächlich zu einem gesunden Fellkleid beitragen.

 

Die Dosis macht es eben.


Und die Eierschale?

Sogenanntes Eierschalenmehl, also gemahlene Eierschale, ist bei Barfern ein beliebtes Supplement für die Calciumversorgung.
Zusätzlich zum Nassfutter sollte das Eierschalenmehl allerdings nicht gegeben werden, da es hier sonst zu einem verschobenen Calcium-Phosphor-Verhältnis kommen kann.

Wer das Eierschalenmehl selbst herstellt sollte Bedenken, dass die Schale durch Kot und Dreck verschmutzt sein kann und somit einen perfekten Nährboden für Bakterien bietet.


Noch ein paar Fakten:

  • die Farbe der Schlae ist genetisch bedingt - braune Eierschale ist meistens härter als die von weißen Eiern. Einen qualitativen Unterschied gibt es hier nicht

  • Frischetest: das Ei in ein Glas Wasser geben. Bleibt es am Boden ist es frisch, schwimmt es nach oben ist es schon älter.
    Geht im Laden schlecht, stimmts? Einfach schütteln. Bei alten Eiern ist die Luftblase vergrößert und das Eiweiß löst sich von der Schale. Beim Schütteln merkt man dies

Quellen:

 

www.was-steht-auf-dem-ei.de

www.eier.de

www.agrarheute.com

www.eithron.de

www.lebensmittellexikon.de

www.aafco.org

www.dogcathomeprepareddiet.com

www.fediaf.org

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