Impfen ist wichtig – aber richtig

Impfen

Ein Thema welches oft zu Diskussion führt: Impfen

 

Lass ich meine Katze impfen oder macht das krank?

Wenn ich sie impfen lasse, wie oft und gegen was lass ich meine Katze impfen?


Grundimmunisierung

Die Grundimmunisierung sollte selbstverständlich sein – dazu gehören 3 Impfungen (mit 8 und 12 Wochen und ein Jahr später), wird zusätzlich gegen FIP und/oder Leukose geimpft, geht man nach einem Impfschema mit 4 Impfungen (mit 8, 12, 16 und 20 Wochen) vor.

 

Was wird bei der Grundimmunisierung geimpft?

Feline Rhinotrachetis (Katzenschnupfen) und Feline Panleukopie (Katzenseuche) - bei zukünftigen Freigängern auch Tollwut (nicht vor der 12. Lebenswoche) und je nachdem Leukose.

Wird zusätzlich gegen Leukose und/oder FIP* geimpft (vorher sollten Leukose-Antigene im Blut getestet werden), geschieht dies im Alter von 16 Wochen und wird mit 20 Wochen nachgeimpft.

 

* viele Tierärzte raten von dieser Impfung ab, da sie im Verdacht steht den Ausbruch von FIP zu begünstigen

 

Mit…

…8. Wochen: Katzenschnupfen, Katzenseuche

…12. Wochen: Katzenschnupfen, Katzenseuche, (Tollwut)

[…16. Wochen: Katzenschnupfen, Katzenseuche, (FIP), (Leukose)]

[…20. Wochen: (FIP), (Leukose)]

…mit 15 Monaten: Katzenschnupfen, Katzenseuche,  (Tollwut)

 

Wieso mehrfach?

Die Konzentration der in der Muttermilch enthaltenen Antikörper kann die Wirksamkeit der Impfungen beinträchtigen (immunologische Lücke), so dass nach der ersten bzw. zweiten Impfung der Impfschutz noch nicht vollständig aufgebaut sein kann.


Impfintervalle

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Empfehlung zu Impfintervallen für Katzen
der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München; Stand: Juni 2016
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Wie Du sehen kannst, ist eine jährliche Impfung definitiv nicht nötig – egal ob Sofatiger oder Mäusejäger.

Tollwutimpfungen halten bspw. bis zu 3 Jahre an und müssen somit nicht jedes Jahr aufgefrischt werden.

FIP-Impfungen müssen nur bis zum 6. Lebensjahr geimpft werden, allerdings bis dahin jährlich.


Dennoch sollte man zwischen den Haltungsformen unterscheiden, denn Freigänger werden anders geimpft als reine Hauskatzen, da diese einem größeren Infektionsrisiko ausgesetzt sind.


Viele leben immer noch in dem Irrglauben, man müsste die Katzen gar nicht impfen lassen nachdem die Grundimmunisierung abgeschlossen ist (zB. weil es sich um eine Hauskatze handelt) oder noch schlimmer, dass selbst die Grundimmunisierung nicht nötig sei.


Risiken der (jährlichen) Impfung

Impfungen sind wichtig – aber eben nicht jährlich.

 

Denn bei jährlichen Impfungen kann es zu einem eosinophilen Granulom* oder aber einem Injektionssarkom° (meistens Fibrosarkom = Bindegewebstumore) kommen.

 

* lassen sich gut mit Heilpilzen behandeln

° sollte chirurgisch entfernt werden - eine drauffolgende Chemo- und Strahlentherapie erhöht die Überlebenschancen, vor allem wenn dies im Bereich der Schulterblätter auftritt (da das Sarkom großflächig entfernt werden sollte und somit auch gesundes Gewebe, gestaltet sich dies hier sehr schwer)

 

Vor allem Tollwut (Rabies) und Leukose stehen im Verdacht Impfsarkome auszulösen (da es sich hierbei um Totstoffe handelt welche aluminiumhaltige Verstärkerstoffe enthalten, um die Abwehrreaktion des Immunsystems zu erhöhen).

 

Eine Studie zeigte, dass das Risiko einer Tumorerkrankung zu ungeimpften Tieren bereits bei der ersten Impfung um 50% erhöht ist, bei zweiter Impfung an selber Stelle um 125%. Jede weitere Injektion an derselben Stelle erhöht das Risiko um 175%.

 

Allerdings können nicht nur die Impfstoffe und Verstärkerstoffe, sondern auch die Entzündungsreaktionen der Unterhaut ein Sarkom hervorrufen.

 

Die meisten Sarkome treten an Oberschenkeln, im Bereich der Schulterblätter oder gar im Bereich der Brust auf, meistens sind Tiere, die älter als 8 Jahre sind, betroffen.

 

Geimpft werden sollte immer an den hinteren Gliedmaßen – erfolgt hier die Injektion und es bildet sich ein Tumor, muss zwar die Gliedmaße amputiert werden, allerdings kann so auch das Leben der Katze gerettet werden.

 

Stellst Du also im Bereich der Impfung eine Verdickung oder aber einen Knoten fest (der sich nicht verschiebbar anfüllt, sondern recht hart), solltet Ihr beim Tierarzt vorstellig werden.

 

Auch Impfreaktionen wie allergische Reaktionen, Ausschlag, Fieber, Müdigkeit, Durchfall oder Erbrechen aber auch Lähmungserscheinungen und Apathie sind möglich. Diese Reaktionen ist die „Antwort“ des Immunsystems auf den Impfstoff und treten in der Regel zeitnah nach der Impfung auf.
Diese Symptome sollten nach wenigen Tagen wieder verschwinden und bleiben im Normalfall ohne Folgeschäden!

 

Starke allergische Reaktionen können allerdings zu einem anaphylaktischen Schock führen, welcher lebensbedrohlich ist.


Impfempfehlung

So wenig wie möglich und so viel wie nötig

 

Manche Tierärzte verschicken sogar Impferinnerungen, manch andere notieren dies auf einem extra Zettel und legen diese dem Impfpass bei. So oder so weißt Du so genau, wann Deine Katze gegen was das nächste Mal geimpft wird - blind vertrauen solltest Du hier aber auch nicht.

Spreche Deinen Tierarzt ruhig auf Impfempfehlung der Hersteller an, falls dieser Dir zu einer jährlichen Impfung rät und hol dir im Zweifelsfall eine Zweitmeinung eines anderen Tierarztes ein – es sollte zudem auch nur das geimpft werden, was wirklich nötig ist.

 

Die humorale Immunität ist über Antikörper messbar (Titerbestimmung), so kannst Du vor einer Impfung auch abklären lassen, ob eine Auffrischimpfung nötig ist oder nicht.

 

In den USA lautet die Impfempfehlung seit 1997:

  • Grundimmunisierung
  • Wiederholung nach einem Jahr
  • Auffrischimpfungen alle darauffolgenden zwei bis drei Jahre je Impfstof

Auf Kombi-Präparate sollte nach Möglichkeit verzichtet werden – genauso wie eine Impfung bei kranken Tieren, parasitär befallenen Tieren oder in Kombi mit Kastration. Chronisch kranke, immungeschwächte und trächtige Katzen sollten zudem nicht mit Lebensimpfstoffen (beinhaltet stark abgeschwächte lebende Viren, so dass der Körper eine Immunität entwickelt),  geimpft werden.

Auch eine Impfung belastet den Katzenkörper enorm.

Auf der anderen Seite wiederrum, bedeuten Kombi-Präparate auch nur einen einzigen „Pieks“ und somit auch weniger Stress.


Welche Impfungen sind in Deutschland gängig?

Core-Komponenten (empfohlene Impfstoffe)

  • RCP (Kombiimpfung) - gegen Katzenschnupfen / Katzenseuche
  • Rabies - gegen Tollwut
  • RC - gegen Katzenschnupfen - Herpes- & Calicivirus
  • P (Katzenseuche)

Non-Core-Komponenten   (nach Bedarf)

  • gegen Chlamydophila felis (betrifft Erkrankung der Schleimhäute, Mitauslöser für Katzenschnupfen - bevorzugt im Auge, Genitalbereich, Gelenke, Lunge) - in Tierheimen, Tierpensionen und Zuchten sinnvoll
  • gegen FIP (nur bei FCoV-Antikörper negativen Katzen und niedrigem FCoV-Titer sinnvoll - der FCoV-Titer kann bei Null liegen, obwohl bereits ein Virenkontakt stattgefunden hat) - viele Tierärzte raten von dieser Impfung ab, da sie im Verdacht steht den Ausbruch von FIP zu begünstigen
  • gegen FeLV (FeLV-positive Katzen sollten nicht geimpft werden, da unwirksam) - empfohlen bei Freigängern oder Katzen mit unbekannter Herkunft
  • gegen FCoV (Coronavirus)
  • Birdetella bronchiseptica - in Tierheimen, Tierpensionen, Zuchten oder im Zusammenleben mit Hunden sinnvoll
  • Dermatophytose, Mikroporie, Trichphytie (Impfungen im Inkubationsstadium kann zur Erkrankung führen) - (Pilz-Erkrankungen von Haut & Haaren)

Zugelassene Impfstoffe gegen Tetanus gibt es nicht, durch das geringe Risiko einer Tetanuserkrankung ist eine Impfung ohnehin nicht zu empfehlen

 

Bezeichnungen, die du eventuell in deinem Impfpass findest:

  • T, Rabies oder Rabisin = Tollwut
  • RCP oder CVR = Katzenschnupfen/Katzenseuche (Kombiimpfung)
  • CVR-T oder RCP/T = Katzenschnupfen/Katzenseuche, Tollwut
  • Bb = Bordetella
  • RCCh = Katzenschnupfen, Chlamydien (Kombiimpfung)
  • FeLV/RCP oder RCP FeLV = Leukämie, Katzenschnupfen/Katzenseuche (Kombiimpfung)
  • RCPCh = Katzenschnupfen/Katzenseuche, Chlamydien (Kombiimpfung)
  • RCPCh FeLV = Katzenschnupfen/Katzenseuche, Chlamydien, Leukämie
  • Mikroderm oder Mikrophyt= Mikrosporie

 


Ob Du Deine Katze impfen lässt oder nicht, liegt letztendlich in Deiner Hand, lässt sich pauschal nicht beantworten und sollte von Dir individuell (zusammen mit Deinem Tierarzt) entschieden werden.

Möchtest Du mit Deiner Katze innerhalb der EU verreisen, benötigst Du einen EU-Heimtierausweis (blau) in dem die entsprechende Tollwutimpfung festgehalten ist – bei Reisen außerhalb der EU darf diese Impfung oft nicht älter als 1 Jahr sein und teilweise werden auch andere Impfungen verlangt.


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Empfehlung zu Impfintervallen für Katzen der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München; Stand: Juni 2016
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