Manchmal wünscht sich denke ich jeder seine Katze könnte nur für einen kurzen Moment sprechen.

Einfach damit man sie ein wenig besser versteht.

 

Wenn Du Deine Katze ein wenig beobachtest, ist es aber gar nicht mal so schwer so ein paar Dinge zu deuten.

 

  • Bauch zeigen - streckt Deine Katze Dir ihren Bauch entgegen, ist das ein riesen Vertrauensbeweis. Je nach Situation kann dies auch bedeuten, dass Deine Katze spiel- bzw. kampfbereit ist
  • Fauchen - ein deutliches Zeichen dafür, wie böse Deine Katze grade ist (unser Finn faucht allerdings auch gerne einfach mal so, beim Gähnen zB. und ist tiefenentspannt)
  • Gurren - ein Zeichen der Begrüßung
  • Knurren - kann ein Zeichen von Angst oder Stress sein oder auch ein Zeichen der Abneigung. Knurrt Deine Katze wenn Du sie berührst, kann dies auch auf Schmerzen hindeuten
  • Rollen - damit ist nicht die Rolligkeit, sondern das hin- und herrollen gemeint. Dies zeigt die Spielbereitschaft der Katze (bei der Rolligkeit wäre dies eher ein Wälzen)
  • Schnurren - ist nicht immer ein Zeichen von Wohlbefinden. Katzen schnurren auch bei Stress oder Schmerzen um sich zu Beruhigen
  • Sabbern - Sabbern ist nicht gleich Sabbern. Viele Katzen sabbern wenn sie sich wohlfühlen, zB. wenn sie mit Dir kuscheln. Wenn es sich um "Liebessabber" handelt, sollte dieser immer wässrig und geruchslos sein. Sabber, der glitisch/schleimig und fischig/gammlig riecht, deutet auf Zahnfleischentzündungen hin
  • gegenseitiges am Popo schnuppern - ist bei Katzen wie eine Begrüßung. So stelle sie fest wie der gegenüber gestimmt ist

Wusstest Du, dass Deine Katze 2/3 des Tages verschläft?

Hier gehe ich auf die einzelnen Körperteile etwas genauer ein.

 

Augen:

  • Blinzeln - kann man mit dem menschlichen Lächeln vergleichen (umso langsamer, umso größer ist das Vertrauen)
  • weit geöffnet - die Katze fühlt sich wohl und ist friedlich gestimmt
  • leicht geschlossen - Müdigkeit (im Ruhezustand) / Umschwung in aggressive Stimmung
  • Starren - Drohung / Überlegenheit (untereinander - meist mit schmalen Pupillen) / beobachten (mit weiten Pupillen)

Kopf:

  • Flehmen - bedeutet, dass deine Katze mit leicht geöffnetem Mund einen für sie interessanten Geruch wahrnimmt (oft auch sexueller Lockstoff)
  • Köpfeln - Deine Katze gibt damit ihren Geruch ab und zeigt auf, dass Du zu ihr gehörst (Liebesbeweis) / rennt sie danach weg, möchte sie, dass Du mitkommst
  • "Kopf gegen die Wand" - ist ein Alarmzeichen! Du solltest Dich mit Deiner Katze schnellstmöglich auf den Weg zum Tierarzt machen
  • Näseln - ein Liebesbeweis
  • Schnattern - wenn Deine Katze schnattert, sieht sie etwas interessantes, an das sie aber nicht rankommt (zB. einen Vogel)

Ohren:

  • aufgerichtet, bewegend - bedeutet ebenfalls, dass sie aufmerksam ist, die Geräuche aber nicht ganz deuten kann bzw. weitere Geräusche wahrnimmt / oft auch ein Zeichen von Unsicherheit
  • nach vorne aufgerichtet - bedeutet, dass Deine Katze aufmerksam ist
  • zurückgelegt - Angst / Unterwerfung

Schwanz:

  • aufgestellt - freundlich gestimmt. Ist mit einer Begrüßung gleichzusetzen
  • aufgestellt und buschig - bedeutet, dass Deine Katze Angst hat
  • Peitschen - ein Zeichen von Erregung und Aggressivität. Oft auch eine freundliche Wahrnung an dich (dass sie zB. nicht mehr gestreichelt werden möchte). Umso intensiver das Peitschen ist, umso angrifflustiger ist sie
  • Wedeln - im Gegensatz zum Peitschen bedeutet ein wedelnder Schwanz, dass die Katze aufmerksam und interessiert ist
  • Zittern - entweder aus Freude, vor Stress oder Gereiztheit (hängt also von der Gesamtsituation ab)

Unsauberkeit

Vorneweg: Protestpinkeln gibt es in der Form nicht. Benutzt Deine Katze nicht (immer) das Katzenklo, hat dies auch eine Ursache.

 

  • liegt oder lag eine Blasenentzündung/Struvitsteine vor?
    Lass Deine Katze vom Tierarzt untersuchen bzw. gib eine Urinprobe ab. Katzen die eine Blasenentzündung hatten, verbinden oft mit dem Klo etwas schmerzhaftes und suchen sich dann weiche Dinge (eine Decke zB.)
  • war Deine Katze in letzter Zeit Stress oder Unruhe ausgesetzt?
    Fremde Menschen (Besuch oder Handwerker), Streit oder aber auch das Verstellen vom Möbeln kann Stress auslösen
  • anderer Geruch?
    Hast Du das Katzenstreu geändert? Eventuell sogar mit Duft? Hast Du ein neues Parfum, Deo oder Waschmittel/Weichspüler?
    Für Deine Katze sind diese Gerüche neu, sie sucht sich daher Plätze mit gewohntem Duft um diese mit ihrem eigene zu vermischen
  • könnte Deine Katze Angst haben?
    Laute Party gehabt? Diese Angst kann der Auslöser für die Unsauberkeit sein
  • Anzahl und Art der Katzenklos
    Pauschal sagt man Anzahl der Katzen + 1 für die Anzahl der Katzenklos. Hast Du genügend aufgestellt? Vor allem unterschiedliche (ohne Deckel mit Deckel aber ohne Klappe, mit Deckel und mit Klappe), die groß genug sind?
  • Sind Deine Katzen kastriert?
    Harnmarkierung oder auch der Stress durch Rolligkeit und Potenz kann Unsauberkeit auslösen

Wichtig ist: Schimpfe nicht mit Deiner Katze. Sie macht es weder aus bösem Hintergrund noch aus Rache (weil Du Dir heute morgen evtl. etwas Zeit beim Füttern gelassen hast).
Schimpfen wird hier aber die Ursache nicht beseitigen und kann sie evtl. sogar verschlimmern.